Romantik: Künstler von A bis Z

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Kunstgeschichte: Romantik

Die Romantik war die Bewegung, die von den 1790er Jahren bis um 1850 Gefühl, Phantasie und die Macht der Natur gegen die Vernunft der Aufklärung und die Regeln des Klassizismus stellte. In der Malerei brachte sie Stürme, Gebirge und Meere, mittelalterliche Sagen, ferne Länder und die gewaltsamen Ereignisse der eigenen Zeit, gemalt mit freiem Pinselstrich und kräftiger Farbe. Sie erwuchs aus den Umwälzungen nach der Französischen Revolution und aus dem Unbehagen an der neuen industriellen Welt. In den 1790er Jahren sprachen die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel von romantischer Poesie und meinten den Geist der mittelalterlichen Ritterdichtung im Gegensatz zur Antike. Erst ab den 1820er Jahren nannte sich die Bewegung allgemein selbst so.

Romantische Maler suchten das Erhabene, die Mischung aus Ehrfurcht und Schrecken vor übermächtiger Natur. Die Landschaft, in der akademischen Rangordnung der Gattungen lange gering geschätzt, wurde zum Träger ernster Empfindung. Figuren sind oft klein oder als Rückenfiguren gegeben, Licht bricht durch Wolken und Nebel, und die Farbe liegt in sichtbaren Strichen und pastosem Auftrag statt in klassizistischer Glätte. Zuerst zeigte sich der Wandel in der britischen Landschaftsmalerei, die sich seit den 1760er Jahren wilden Gegenden und Stürmen zuwandte.

In Deutschland setzte Caspar David Friedrich (1774-1840) einsame Figuren, Kreuze oder Ruinen in weite Landschaften, als Zeichen des Glaubens und der Vergänglichkeit. Im „Mönch am Meer“ (1808-1810, Alte Nationalgalerie, Berlin) steht eine winzige Gestalt an einem leeren Strand unter einem gewaltigen Himmel. Der „Wanderer über dem Nebelmeer“ (um 1818, Hamburger Kunsthalle) kehrt uns auf einem Felsgipfel den Rücken zu. Friedrich vertrat die Ansicht, das eigene Gefühl des Malers sei sein Gesetz. Philipp Otto Runge entwickelte eine mystische Symbolik von Farben und Blumen. Ab 1810 belebten die Nazarener, deutsche Maler, die als Bruderschaft in einem ehemaligen Kloster in Rom lebten, die klaren Umrisse der religiösen Kunst des Mittelalters und der frühen Renaissance neu.

In Großbritannien erregte Johann Heinrich Füsslis „Nachtmahr“ (1781, Detroit Institute of Arts) 1782 in der Royal Academy Aufsehen, und William Blake ersetzte die klassischen Proportionen durch eigene visionäre Gestalten. J. M. W. Turner (1775-1851) löste Heere, Schiffe und Eisenbahnen in Licht, Gischt und Dampf auf, so in „Regen, Dampf und Geschwindigkeit“ (1844, National Gallery, London). John Constable (1776-1837) gab der bäuerlichen Landschaft seiner Heimat Suffolk das große Format seiner Sechs-Fuß-Bilder und beanspruchte für die Landschaft den Rang der Historienmalerei. „Der Heuwagen“ (1821, National Gallery, London) erhielt im Pariser Salon von 1824 eine Goldmedaille und beeindruckte junge französische Maler.

In Spanien blieb Francisco de Goya (1746-1828) ein Mann der Aufklärung und gab doch wie kein anderer Maler seiner Zeit den eigenen Albträumen Raum. Seine Radierfolge „Los Caprichos“ (1799) geißelt Aberglauben und Torheit mit Hexen und Ungeheuern. „Der 3. Mai 1808“ (1814, Prado, Madrid) zeigt französische Soldaten, die nachts Madrider Bürger erschießen; das Opfer im weißen Hemd leuchtet im Schein einer einzigen Laterne. Im Alter bedeckte er die Wände seines Hauses bei Madrid mit den düsteren, pastos gemalten „Schwarzen Bildern“ (1819-1823, heute im Prado).

In Frankreich hielten die Akademien am Klassizismus fest, doch unter Napoleon drangen neue Themen ein. Als Anne-Louis Girodet „Ossian empfängt die Geister der französischen Helden“ (1802, Schloss Malmaison) malte, bemerkte sein Lehrer David, entweder sei Girodet verrückt oder er selbst verstehe nichts mehr von Malerei. Théodore Géricault (1791-1824) griff für „Das Floß der Medusa“ (1818-1819, Louvre) den Untergang einer französischen Fregatte von 1816 auf, einen Skandal für die wiederhergestellte Monarchie. Er befragte Überlebende, ließ ein Modell des Floßes bauen und studierte Leichen, bevor er die riesige Leinwand im Salon von 1819 zeigte. Eine Pyramide sterbender und verzweifelter Männer steigt zu einem winzigen Schiff am Horizont auf.

Eugène Delacroix (1798-1863) wurde zum Haupt der französischen Romantiker. „Das Massaker von Chios“ (1824, Louvre) zeigte eine Episode des griechischen Unabhängigkeitskriegs in dem Jahr, in dem Lord Byron für diese Sache starb. „Der Tod des Sardanapal“ (1827, Louvre) nach einem Drama Byrons wirbelt Frauenakte, Pferde und Juwelen in glühendem Rot durcheinander. „Die Freiheit führt das Volk“ (1830, Louvre) macht die Pariser Julirevolution zur Allegorie: Eine barbusige Freiheit trägt die Trikolore über die Barrikade. Nach einer Reise nach Marokko 1832 malte er nordafrikanische Szenen in leuchtenden Farben, und die Kritik stellte seine Farbe gegen die Linie von Ingres.

Anderswo nahm die Romantik nationale Formen an. In Russland malte Karl Brjullow „Der letzte Tag von Pompeji“ (1830-1833, Russisches Museum, Sankt Petersburg), und Iwan Aiwasowski spezialisierte sich auf tosende Meere, etwa in „Die neunte Woge“ (1850, Russisches Museum). In Mailand verband Francesco Hayez Geschichte und Gefühl, so im „Kuss“ (1859, Pinacoteca di Brera). In Amerika feierten Thomas Cole und die Hudson River School die unberührte Landschaft; Coles vierteilige „Lebensreise“ (1842, National Gallery of Art, Washington) begleitet einen Menschen auf einem Fluss von der Kindheit bis ins Alter. Um 1850 lenkte der Realismus, in Frankreich angeführt von Gustave Courbet, den Blick auf das gewöhnliche Leben, doch romantische Themen und Effekte lebten in akademischer und populärer Kunst fort.

Agasse, Jacques-Laurent (1767-1849) Aiwasowski, Iwan Konstantinowitsch (1817-1900) Allston, Washington (1779-1843) Audubon, John James (1785-1851) Bamberger, Fritz (1814-1873) Barber, Charles Burton (1845-1894) Barraband, Jacques (c.1767-1809) Bejarano, Antonio Cabral (1798-1861) Bierstadt, Albert (1830-1902) Birch, Thomas (1779-1851) Blake, William (1757-1827) Blanes, Juan Manuel (1830-1901) Bonington, Richard Parkes (1802-1828) Bradford, William (1823-1892) Bricher, Alfred Thompson (1837-1908) Carr, Samuel (1837-1908) Christy, Howard Chandler (1872-1952) Church, Frederic Edwin (1826-1900) Clairin, Georges (1843-1919) Cole, Thomas (1801-1848) Colman, Samuel (1832-1920) Constable, John (1776-1837) Copley, John Singleton (1738-1815) Corrodi, Hermann David Salomon (1844-1905) Cropsey, Jasper Francis (1823-1900) Delacroix, Eugène (1798-1863) Doré, Gustave (1832-1883) Downman, John (c.1750-1824) Duncanson, Robert Scott (1821-1872) Durand, Asher Brown (1796-1886) Durrie, George Henry (1820-1863) Elsley, Arthur John (1860-1952) Friedrich, Caspar David (1774-1840) Füssli, Johann Heinrich (1741-1825) Gifford, Sanford Robinson (1823-1880) Gignoux, Régis-François (1814-1882) Gould, John (1804-1881) Goya, Francisco de (1746-1828) Hackert, Jakob Philipp (1737-1807) Harnett, William Michael (1848-1892) Hart, James McDougal (1828-1901) Heade, Martin Johnson (1819-1904) Healy, George (1813-1894) Heard, Joseph (1799-1859) Hicks, Edward (1780-1849) Hildebrandt, Eduard (1818-1869) Hone, Nathaniel (1718-1784) Inness, George (1825-1894) Jones, George (1786-1869) Kensett, John Frederick (1816-1872) Koekkoek, Barend Cornelis (1803-1862) Koller, Rudolf (1828-1905) Krieghoff, Cornelius (1815-1872) Kruseman, Frederik Marinus (1816-1882) Lacroix, Paul (1827-1869) Lane, Fitz Henry (1804–1865) Larsson, Carl (1853-1919) Laurence, Sydney (1865-1940) Lawrence, Thomas (1769-1830) Leutze, Emanuel Gottlieb (1816-1868) Linton, William (1791-187) Loutherbourg, Philip James de (1740-1812) Maignan, Albert (1845-1908) Martens, Conrad (1801-1878) Martin, Homer Dodge (1836-1897) Michel, Georges (1763-1843) Moran, Thomas (1837-1926) Morse, Samuel F.B. (1791-1872) Mount, William Sidney (1807-1868) Nerly, Friedrich von (1807-1878) O'Brien, Lucius Richard (1832-1899) Olivier, Herbert Arnould (1861-1952) Os, Georgius Jacobus Johannes van (1782-1861) Overbeck, Johann Friedrich (1789-1869) Partridge, John (1789-1872) Pickersgill, Henry William (1782-1875) Quadrone, Giovanni Battista (1844-1898) Ranney, William Tylee (1813-1857) Redouté, Pierre-Joseph (1759-1840) Reinhold, Heinrich (1788-1825) Richards, William Trost (1833-1905) Roberts, David (1796-1864) Robinson, John (1715-1745) Ronner-Knip, Henriëtte (1821-1909) Rottmann, Carl (1797-1850) Royer, Lionel (1852-1926) Salmon, Robert (c.1775-c.1845) Schendel, Petrus van (1806-1870) Schotel, Petrus Johannes (1808-1865) Schotel, Johannes Christiaan (1787-1838) Seymour, James (c.1702-1752) Sonntag, William Louis (1822-1900) Spitzweg, Carl (1808-1885) Stieler, Joseph Karl (1781-1858) Stuart, Gilbert (1755-1828) Stubbs, George (1724-1806) Sully, Thomas (1783-1872) Tayler, Albert Chevallier (1862-1925) Turner, Joseph Mallord William (1775-1851) Vernet, Claude-Joseph (1714-1789) Volaire, Pierre-Jacques (1729-c.1802) Volpe, Alessandro La (1819-1887) Weguelin, John Reinhard (1849-1927) Weitsch, Friedrich Georg (1758-1828) Whittredge, Thomas Worthington (1820-1910) Wilson, Richard (1714-1782) Wolf, Caspar (1735-1783) Wolf, Joseph (1820-1899) Wright of Derby, Joseph (1734-1797) Wyant, Alexander Helwig (1836-1892)
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