Kunstdrucke auf Leinwand von Moretto da Brescia: 49 Werke in Museumsqualität, jedes in Ihrer Wunschgröße gefertigt und auf Wunsch gerahmt.
Alessandro Bonvicino, genannt Moretto da Brescia (um 1498-1554), war ein Maler der italienischen Renaissance, der fast ausschließlich in seiner Heimatstadt Brescia arbeitete, die damals zu Venedig gehörte. Bekannt wurde er durch ruhige, andächtige Altarbilder und durch wenige Bildnisse, die Maßstäbe setzten. Sein ganzfiguriges Männerbildnis von 1526 in der Londoner National Gallery gilt als das früheste eigenständige Porträt dieses Formats in Italien.
Wann genau er zur Welt kam, weiß man nicht. Ein Schriftstück von 1548 nennt ihn „ungefähr 50“ Jahre alt. Die Familie väterlicherseits stammte aus Ardesio, und den Beinamen Moretto hatte bereits der Großvater getragen. Sein Vater Pietro, der vor 1515 starb, und dessen Bruder Alessandro waren Maler, doch von ihren Werken hat sich kaum etwas erhalten. Über Morettos Lehrzeit schweigen die Quellen. Vermutlich unterwies ihn zunächst der Vater, und seine Anfänge wurzeln in der Brescianer Malerei Vincenzo Foppas. Spätere Autoren nannten weitere Lehrer, darunter Tizian, doch belegt ist davon nichts.
Schon 1514 malte er in einer Kapelle der Kirche Santa Croce Szenen aus dem Leben der Maria Magdalena. Diese Arbeit ist verloren. Von 1515 bis 1518 schuf er gemeinsam mit Floriano Ferramola Orgelflügel für den Alten Dom. Die Innenseiten mit den Stadtpatronen Faustinus und Giovita stammen von ihm und befinden sich heute in Santa Maria in Valvendra in Lovere. Sie sind von solcher Reife, dass man zeitweise an seinem Geburtsjahr zweifelte. 1516 wurde er bereits als Meister bezeichnet. Zwischen 1517 und 1522 übernahm er regelmäßig Aufgaben für den Dom. Sein frühestes datiertes Gemälde, ein Christus am Kreuz mit Stifter in der Accademia Carrara in Bergamo, trug die Jahreszahl 1518, bis eine unsachgemäße Restaurierung sie tilgte.
Mit Girolamo Romanino teilte er sich von 1521 bis 1524 die Ausmalung der Sakramentskapelle von San Giovanni Evangelista. Auf Moretto gehen dort die Mannalese, das Letzte Abendmahl, Elias und der Engel, die Evangelisten Markus und Lukas sowie sechs Halbfiguren von Propheten zurück. Wegen der venezianischen Züge seiner Malerei vermutete die Forschung Aufenthalte in Padua oder Venedig, nachweisen ließen sie sich nicht. Für den Alten Dom malte er zwischen 1524 und 1526 eine Mariä Himmelfahrt. 1526 entstand das Londoner Bildnis. Der Dargestellte war erkennbar ein reicher Adliger, aber kein Fürst, was die ganze Figur umso bemerkenswerter macht. Er stützt sich auf eine Säule, die den Ausblick in den Hintergrund weitgehend verdeckt.
Im Dezember 1528 bat Lorenzo Lotto ihn brieflich, an der Ausstattung von Santa Maria Maggiore in Bergamo mitzuwirken. Im Januar 1529 erhielt Moretto Geld für die Reise und für Arbeiten im Chor, die sich jedoch nicht mehr bestimmen lassen. Mehrfach arbeitete er mit dem Orgelbauer Giovanni Giacomo Antegnati zusammen. 1530 trafen sich beide in Mailand, um über die Orgel des Doms von Salò zu beraten, und 1536 bemalte Moretto die Flügel der neuen Orgel im Alten Dom. Anfang der 1530er Jahre lieferte er Altarbilder für San Francesco, Santa Maria Calchera und San Giovanni Evangelista, für Letztere den Bethlehemitischen Kindermord. In diese Zeit fällt auch die Hl. Justina mit dem Einhorn und einem Stifter im Kunsthistorischen Museum Wien, die lange Pordenone zugeschrieben wurde. Rom sah Moretto nie, Raffael kannte er offenbar aus Kupferstichen, wie gerade dieses Bild verrät. Für die Sakramentskapelle des Alten Doms entstanden von 1531 bis 1534 der Schlafende Elias, das Opfer Isaaks und die Evangelisten Markus und Lukas.
1533 besaß er genug Geld, um ein Haus in der Pfarrei San Clemente zu erwerben. Im selben Jahr soll in Paitone während einer Pestepidemie einem Hirtenjungen die Muttergottes erschienen sein. Moretto malte die Madonna für das dortige Wallfahrtsheiligtum, und sein Biograf Fenaroli berichtete im 19. Jahrhundert, er habe sich darauf mit Gebet und Fasten vorbereitet. In Brescia galt er als frommer, angesehener Bürger und gehörte mindestens zwei der bedeutendsten Bruderschaften an. Von 1535 bis 1547 ist seine Teilnahme an Sitzungen am Dom belegt, von 1541 bis 1552 seine Beteiligung an verschiedenen Geldgeschäften. 1535 reiste er auf Einladung Isabella d'Estes nach Solarolo.
Sein bekanntestes Werk vollendete er 1539: die Pala Rovelli, heute in der Pinacoteca Tosio Martinengo. Der hl. Nikolaus von Bari empfiehlt darin der Madonna die Schüler des Lehrers Galeazzo Rovelli, und in der Halbkuppel hinter ihm erscheint eine indische Küstenlandschaft. 1540 folgte eine Madonna in Glorie mit fünf Heiligen für San Giorgio in Braida in Verona, 1541 eine Himmelfahrt für Santi Nazaro e Celso in Brescia. 1543 freskierte er im Palazzo Salvadego Räume mit Damen aus dem Hause Martinengo. Ein Bildnis Pietro Aretinos von 1544 gilt als verschollen. Für seine eigene Pfarrkirche schuf er 1548 die Madonna di San Clemente. Wen das nach 1540 entstandene Bildnis eines jungen Mannes in London zeigt, ist offen, erwogen wurde ein Martinengo. Stilistisch bewegte er sich zwischen der venezianischen Farbkunst Tizians und Palma il Vecchios und der klaren Formensprache Mittelitaliens, getragen von einem kühlen, silbrig grauen Kolorit, das als typisch lombardisch gilt.
Erst um 1550, mit über fünfzig Jahren, heiratete er Maria Moreschini. Aus der Ehe gingen die Töchter Caterina und Isabella sowie der Sohn Pietro Vincenzo hervor, der später Jesuit wurde. Zu den letzten Werken gehören eine Geburt Christi für Santa Maria delle Grazie und Christus mit dem Engel, beide heute in der Pinacoteca Tosio Martinengo. 1553-54 malte er noch das Ostermahl für die Sakramentskapelle des Alten Doms. Am 9. November 1554 setzte er sein Testament auf, und am 22. Dezember veräußerten die Testamentsvollstrecker eines seiner Häuser. Er starb also zwischen diesen beiden Daten.
Sein unvollendetes Gemälde Melchisedek und Abraham stellte Luca Mombello 1555 fertig. Moretto hinterließ fast 200 dokumentierte Werke, von denen viele bis heute in den Kirchen Brescias und seiner Umgebung hängen, und erhielt den Beinamen „Raffael von Brescia“. Neben Romanino und Gerolamo Savoldo zählt er zu den Hauptmeistern der Brescianer Malerei. Sein Schüler Giovanni Battista Moroni übernahm von ihm das ganzfigurige Bildnis samt Säulenmotiv und wurde einer der führenden Porträtisten seiner Zeit. Auch Callisto Piazza lernte von ihm. Ein 1541 für Santa Maria della Ghiara in Verona gemaltes Altarbild gelangte später nach Berlin und ging im Zweiten Weltkrieg zugrunde. Werke Morettos besitzen unter anderem die National Gallery in London, das Metropolitan Museum in New York, das Kunsthistorische Museum in Wien, das Städel in Frankfurt, die Brera in Mailand und der Louvre. 2017 wurde ein Asteroid nach ihm benannt.