Nördliche Renaissance: Künstler von A bis Z

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Kunstgeschichte: Nördliche Renaissance

Die Nordische Renaissance war die Renaissancekunst nördlich der Alpen, die von den 1420er Jahren bis um 1600 in den Niederlanden, in Deutschland, Frankreich und England blühte. Ihre Bilder verbinden genau beobachtete Einzelheiten und leuchtende Ölfarben mit religiösen Themen, später auch mit Bildnis, Landschaft und Alltagsszenen. Erstes Zentrum waren die burgundischen Niederlande: Herzöge und reiche Kaufleute in Brügge, im 16. Jahrhundert dann in Antwerpen, bestellten Altäre und Porträts. Gotische Formen hielten sich dort lange, auch nachdem italienische Anregungen eingetroffen waren.

Die Altniederländische Malerei begann in den 1420er und 1430er Jahren mit Robert Campin und Jan van Eyck. Van Eyck verfeinerte die Ölmalerei: Dünne, durchscheinende Lasuren lassen Samt, Metall und Inkarnat aufleuchten. Der „Genter Altar“, von seinem Bruder Hubert begonnen und 1432 vollendet, steht bis heute in der Genter Kathedrale St. Bavo. Auf der „Arnolfini-Hochzeit“ (1434, National Gallery, London) zeigt ein Konvexspiegel den Raum und zwei Besucher an der Tür. Rogier van der Weyden steigerte den Ausdruck der Trauer, etwa in der „Kreuzabnahme“ (um 1435, Prado, Madrid). Hugo van der Goes’ „Portinari-Altar“, wegen seines Realismus bewundert, gelangte 1483 nach Florenz und hängt heute in den Uffizien.

In Deutschland reiste Albrecht Dürer (1471-1528) zweimal nach Italien, wo man seine Holzschnitte und Kupferstiche bewunderte. Sein frontales „Selbstbildnis im Pelzrock“ von 1500 (Alte Pinakothek, München) erinnert an Christusbilder. Matthias Grünewald malte für den „Isenheimer Altar“ (um 1512-1516, Colmar) eine Kreuzigung mit zerrissenem, grünlich verfärbtem Leib. Lucas Cranach der Ältere porträtierte in Wittenberg Martin Luther. Hans Holbein der Jüngere, später Hofmaler Heinrichs VIII., legte quer über den Vordergrund der „Gesandten“ (1533, National Gallery, London) einen verzerrten Totenschädel.

Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel der Ältere entwickelten eigenwillige Stile, die über Generationen nachgeahmt wurden. Bosch bevölkerte den „Garten der Lüste“ (um 1490-1510, Prado) mit Mischwesen und Scharen kleiner Aktfiguren. Bruegel malte auf großen Tafeln Bauern, Jahreszeiten und Sprichwörter. In den „Jägern im Schnee“ (1565, Kunsthistorisches Museum, Wien) fällt der Blick von einer Anhöhe in ein vereistes Tal. Mit solchen Bildern wurden Landschaft und Genremalerei zu eigenständigen Gattungen.

Italienische Formen setzten sich im Norden erst spät durch. Die Antwerpener Manieristen (1500-1530) gehörten zu den ersten Niederländern, die sie aufnahmen; später gingen die sogenannten Romanisten zum Studium nach Rom. In Frankreich gründeten Italiener wie Rosso Fiorentino für Franz I. die Schule von Fontainebleau. Die Reformation beendete die religiöse Malerei in England und den nördlichen Niederlanden fast ganz, und der Bildersturm von 1566 zerstörte im ganzen Land zahlreiche Altäre. In den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts führten Karel van Mander und Hendrick Goltzius in Haarlem eine letzte manieristische Phase an.

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