Porträt von Ernst Ludwig Kirchner

Ernst Ludwig Kirchner Giclée Kunstdrucke 1 von 16

1880-1938

Deutscher expressionistischer Maler

Im Sommer 1917 schleppte sich ein ausgezehrter Mann zu einer Sennhutte auf der Stafelalp oberhalb von Davos, auf der Flucht vor dem wachsamen Auge seines Arztes im Tal. Dort, umgeben von Almwiesen, begann Ernst Ludwig Kirchner wieder zu malen - Widerstand ebenso wie Schopfung. Ernst Ludwig Kirchner (6. Mai 1880 - 15. Juni 1938), deutscher expressionistischer Maler, Grafiker und Mitbegrunder der Kunstlervereinigung Die Brucke, verbrachte einen grossen Teil seines Lebens im Spannungsfeld zwischen der rohen Energie seiner Kunst und den Bruchen, die Korper und Geist durchzogen. Wenige Kunstler des zwanzigsten Jahrhunderts verwandelten personliche Qual in derart formal kuhne Arbeiten - und kaum einer zahlte einen so hohen Preis dafur.

Kirchner wurde in Aschaffenburg, Bayern, in eine Familie preussischer Herkunft geboren; die hugenottische Abstammung seiner Mutter war etwas, worauf er immer wieder zuruckkam, als erklare sie eine gewisse Ruhelosigkeit seines Temperaments. Die Familie zog haufig um, da der Vater akademische Positionen suchte, und liess sich in Chemnitz nieder, nachdem der altere Kirchner eine Professur an der dortigen Technischen Hochschule erhalten hatte. Nach der hoheren Schule schrieb sich der junge Kirchner 1901 an der Koniglichen Technischen Hochschule in Dresden fur Architektur ein - ein Zugestandnis an die elterliche Vernunft. Doch die Einrichtung bot mehr als technisches Zeichnen. Freihandstudien, Kunstgeschichte und Perspektivunterricht eroffneten einen weiteren Horizont. Bereits im ersten Semester lernte er Fritz Bleyl kennen, und beide entdeckten eine gemeinsame Ungeduld gegenuber dem Hergebrachten.

Ein kurzer Aufenthalt in Munchen von 1903 bis 1904 scharfte Kirchners visuelles Empfinden, bevor er 1905 nach Dresden zuruckkehrte, um sein Studium abzuschliessen. Im selben Jahr grundeten er, Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel Die Brucke, deren Name einen Ubergang zwischen vergangenen und zukunftigen Weisen des Sehens vorschlug. Sie arbeiteten in Kirchners Atelier, einem ehemaligen Fleischerladen, den Bleyl als bohemienhaftes Durcheinander beschrieb. Modelle kamen aus dem eigenen Bekanntenkreis und posierten in Viertelstundenintervallen, um Spontaneitat zu fordern. Etwas von der Dringlichkeit und korperlichen Unmittelbarkeit, die die expressionistische Malerei pragen sollte, war in diesen fruhen Sitzungen bereits gegenwartig, wo die Grenze zwischen Leben und Kunstschaffen verschwamm.

Indem sie auf Albrecht Durer, Matthias Grunewald und Lucas Cranach den Alteren zuruckgriffen, belebten sie den Holzschnitt als Medium von wilder grafischer Kraft und nahmen zugleich die Impulse internationaler Avantgardebewegungen auf. Ein Manifest, das Kirchner 1906 verfasste, erklarte, dass jeder, der ohne Verstellung seinem Schaffensdrang folge, zu ihnen gehore. Ihre erste Ausstellung im Herbst jenes Jahres bei K.F.M. Seifert und Co. in Dresden stellte den weiblichen Akt in den Mittelpunkt. In den folgenden Jahren arbeitete Kirchner wahrend der Sommer an den Moritzburger Seen und auf der Insel Fehmarn uberaus produktiv und stellte Figuren in Freilichtszenerien mit kantigen Konturen und gesattigter, nicht-naturalistischer Farbgebung dar. 1906 lernte er Doris Grosse kennen, die bis 1911 sein bevorzugtes Modell blieb.

Der Umzug nach Berlin 1911 bedeutete einen entscheidenden Wandel. Die nervose Geschwindigkeit der Grossstadt drang in seine Leinwande ein. Gemeinsam mit Max Pechstein grundete Kirchner das MIUM-Institut zur Forderung modernen Malunterrichts, das jedoch kaum ein Jahr uberlebte. Weitaus bestandiger war seine Beziehung zu Erna Schilling, die 1912 begann und bis zu seinem Tod andauerte. Bis 1913 fuhrten interne Spannungen - teils durch seine Chronik der Brucke ausgelost - zum unwiderruflichen Bruch der Gruppe. Kirchner zeigte seine erste Einzelausstellung im Folkwang Museum in Essen. Die Berliner Strassenszenen, die er zwischen 1913 und 1915 schuf, gehoren zu den verstoerendsten Bildern modernen Stadtlebens: gelangte Figuren, scharfe Diagonalen, atzende Grun- und Rosatone. Strasse, Berlin (1913), heute im Museum of Modern Art, versetzt den Betrachter mit konfrontativer Unmittelbarkeit mitten unter Prostituierte und Passanten.

Der Krieg zerschlug, was die Stadt beflugelt hatte. Kirchner meldete sich im September 1914 freiwillig und wurde im Juli 1915 zur Artillerieausbildung nach Halle an der Saale geschickt. Ein psychischer Zusammenbruch folgte rasch. Durch Vermittlung seines Reitlehrers, Professor Hans Fehr, entlassen, kehrte er nach Berlin zuruck, wo er Selbstbildnis als Soldat (1915) malte - eines der erschutterndsten Selbstportraits der modernen Kunst, das ihn in Uniform mit abgetrennter Hand zeigt, eine Metapher fur die Vernichtung der Schaffenskraft. Alkoholismus und Veronalabhangigkeit fuhrten im Dezember zur Einweisung in ein Sanatorium in Konigstein im Taunus. Eine Ausstellung in der Galerie Ludwig Schames in Frankfurt am Main im Oktober 1916 brachte finanzielle Erleichterung, doch im Dezember wurde Kirchner erneut in Berlin-Charlottenburg hospitalisiert.

Davos, wo er im Januar 1917 auf Einladung Helene Spenglers eintraf, wurde Zuflucht und Gefangnis zugleich. Unter dem strengen Regiment von Dr. Lucius Spengler wehrte sich Kirchner und tauschte ihn. Als er im Sommer 1917 in die Hutte auf der Stafelalp umzog, entstanden Werke wie Blick auf die Kirche in Monstein und Aufgehender Mond auf der Stafelalp - Leinwande, die den Beginn seiner alpinen Schaffensperiode markieren, in der zackige Gipfel und tiefe Taler die kantigen Strassen Berlins ablosten. Vielleicht boten die Berge eine Geometrie, in der er ohne Angst verweilen konnte. Nach einem Aufenthalt in Ludwig Binswangers Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen liess sich Kirchner 1918 im Haus In den Larchen in Frauenkirch bei Davos nieder und stattete es mit selbstgeschnitzten Mobeln aus.

Die Genesung verlief langsam, aber aufrichtig. Bis 1920 bestatigten Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz seinen wachsenden Ruf. Kirchner tauchte in die bauerliche Gemeinschaft um Frauenkirch ein und malte ihre Menschen und Landschaften mit zunehmender Zartheit. Unter dem Pseudonym Louis de Marsalle begann er, Kunstkritiken zu verfassen, um die offentliche Rezeption seines eigenen Werks zu steuern. 1921 erntete eine grosse Berliner Ausstellung wohlwollende Besprechungen; im selben Jahr lernte er die Tanzerin Nina Hard kennen, die trotz Erna Schillings Einwanden ein wichtiges Modell wurde. Sein Stil entwickelte sich zunehmend ins Abstrakte. Jungere Kunstler suchten seine Nahe: Albert Muller, Hermann Scherer und andere grundeten die Gruppe Rot-Blau in Basel und arbeiteten unter seiner Anleitung, bis er sich 1929 entschieden von jeder Patronatsrolle distanzierte.

Anerkennung und Verhangnis schritten parallel voran. 1931 in die Preussische Akademie der Kunste gewahlt, sah Kirchner diese Ehre zwei Jahre spater zunichtegemacht, als die nationalsozialistische Machtergreifung den Verkauf seiner Bilder in Deutschland unmoglich machte. Bis 1937 hatte das Regime 639 seiner Werke aus offentlichen Sammlungen entfernt, 25 davon in der beruchtigten Ausstellung Entartete Kunst gezeigt. Die Akademie schloss ihn aus. Er sah zwei Jahrzehnte kultureller Errungenschaften zerstort und schrieb mit fassungsloser Trauer, dass gerade der Impuls hinter der Brucke - eine wahrhaft deutsche Kunst zu fordern - nun als undeutsch erklart werde. Die Gesundheit verschlechterte sich; seine Arzte verordneten Eukodal. Nachdem Deutschland im Marz 1938 Osterreich annektiert hatte, wuchs Kirchners Uberzeugung, die Schweiz werde als Nachste folgen. Am 15. Juni 1938 nahm er sich vor seinem Haus in Frauenkirch mit einem Schuss das Leben. Erna Schilling blieb im Haus bis zu ihrem Tod 1945.

Kirchners Vermachtnis ist gewaltig, umstritten und wird fortwahrend neu bewertet. Grosse Retrospektiven wanderten durch Institutionen diesseits und jenseits des Atlantiks - die National Gallery of Art in Washington, die Royal Academy in London, das Museum of Modern Art in New York, das Kirchner Museum in Davos. Seine Berliner Strassenszene (1913) erzielte 2006 bei Christie's achtunddreissig Millionen Dollar. Doch die Provenienz vieler Werke tragt den Schatten nationalsozialistischer Verfolgung: Judische Sammler wie Alfred Hess und der Handler Alfred Flechtheim verloren ihre Bestande durch Zwangsverkauf oder Beschlagnahmung. Restitutionsverfahren dauern an. Was jenseits des Marktes bestehen bleibt, ist das Werk selbst - seine zackige Linie, seine rucksichtslose Farbigkeit, seine Weigerung, vor dem Korper in der Krise den Blick abzuwenden. Kirchner fordert nicht Bewunderung, sondern Konfrontation ein, und in diesem schonungslosen Anspruch liegt seine fortwirkende Bedeutung.

366 Ernst Ludwig Kirchner Kunstwerke

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Mädchen auf violettem Sessel, 1910 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€60.49
SKU: 21006-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:67 x 51 cm
öffentliche Sammlung

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Frauen auf der Straße, 1913 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21231-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:40.7 x 30.4 cm
Von der Heydt Museum, Wuppertal, Germany

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Kühe bei Sonnenuntergang, 1919 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€72.88
SKU: 21005-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:70 x 80.5 cm
Privatsammlung

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Zwei Badende am Strand, 1909 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21010-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:50.7 x 37.2 cm
öffentliche Sammlung

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Ins Meer steigender Mann, 1913 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€66.12
SKU: 21146-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:60 x 50 cm
Städel Museum, Frankfurt, Germany

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Liegender Akt vor Spiegel, 1909 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€73.18
SKU: 21012-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:83.3 x 95.5 cm
Brücke Museum, Berlin, Germany

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Weiblicher Akt im Tub, 1911 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€76.69
SKU: 21321-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:76 x 69.5 cm
öffentliche Sammlung

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Spritzende Badende, 1916 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€64.82
SKU: 21260-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:59.4 x 48.5 cm
Städel Museum, Frankfurt, Germany

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Nacktes Frau am Fenster, 1922 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21266-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:49.9 x 34.6 cm
Städel Museum, Frankfurt, Germany

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Straßenszene, 1913 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21037-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:40 x 30 cm
Brücke Museum, Berlin, Germany

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Häuser in Dresden, 1910 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€55.33
SKU: 21305-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:56 x 90 cm
National Gallery of Art, Washington, USA

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Badende Frauen, 1915 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€73.18
SKU: 21250-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:196 x 171 cm
öffentliche Sammlung

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Badende, 1923 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
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€83.85
SKU: 21185-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:150 x 150 cm
Haags Gemeentemuseum, The Hague, Netherlands

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Czardastänzerinnen, 1920 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€62.81
SKU: 21186-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:150 x 200 cm
Haags Gemeentemuseum, The Hague, Netherlands

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Schwarzer Kater (Kater Bobby), 1924 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€71.81
SKU: 21190-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:70 x 60 cm
Privatsammlung

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Drei Akte im Walde, 1933 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21287-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:39.6 x 60.6 cm
Privatsammlung

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Liebespaar (Die Hembusse), 1932 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€57.75
SKU: 21277-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:58.4 x 42.5 cm
Städel Museum, Frankfurt, Germany

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Drei Akte im Wald, 1920 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€63.73
SKU: 21187-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:76 x 100 cm
Stedelijk Museum, Amsterdam, Netherlands

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Kokottenkopf mit Federhut, 1909 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21008-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:38 x 38.5 cm
öffentliche Sammlung

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Badende Frauen in Moritzburg, 1909 von Ernst Ludwig Kirchner | Papier-Kunstdruck
Giclée Papier-Kunstdruck
€52.39
SKU: 21009-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:29.2 x 22 cm
öffentliche Sammlung

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Kopf Erna, 1916 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€71.96
SKU: 21263-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:70.5 x 60.5 cm
Kirchner Museum, Davos, Switzerland

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Esser, 1930 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€67.69
SKU: 21276-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:150 x 121 cm
öffentliche Sammlung

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Drei Akte im Wald, 1912 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€71.25
SKU: 21245-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:51 x 50.4 cm
Privatsammlung

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Badende zwischen Steinen, 1912 von Ernst Ludwig Kirchner | Leinwand-Kunstdruck
Giclée Leinwand-Kunstdruck
€63.58
SKU: 21243-KEL
Ernst Ludwig Kirchner
Originalmaß:45.7 x 60.3 cm
Städel Museum, Frankfurt, Germany

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